Persönliche Erfahrungen und allgemeine Hinweise aus der Praxis – keine rechtliche oder sonstige fachliche Beratung. Nutzung auf eigene Verantwortung.
Das gehört zur Vermietung dazu.
Viele Gäste gehen sogar besonders sorgfältig mit einer Ferienimmobilie um und melden von sich aus, wenn ihnen während ihres Aufenthalts etwas aufgefallen oder versehentlich beschädigt worden ist.
Problematische Aufenthalte sind deshalb eher die Ausnahme als die Regel.
Trotzdem können sie vorkommen.
Und gerade Eigentümer, die selbst nicht regelmäßig vor Ort sind, erfahren davon häufig nur dann, wenn Reinigung, Hausmeister, Verwaltung oder andere Personen am Objekt entsprechende Auffälligkeiten weitergeben.
Eine vermietete Ferienwohnung sieht nach der Abreise eines Gastes selbstverständlich nicht so aus wie unmittelbar nach der Reinigung.
Sand auf dem Boden, benutztes Geschirr oder etwas Unordnung gehören zunächst einmal zum normalen Vermietungsalltag.
Interessanter wird es, wenn der Zustand deutlich über das hinausgeht, was bei anderen Aufenthalten üblich ist.
Aus der Praxis können beispielsweise auffallen:
außergewöhnlich große Mengen nicht entsorgten Mülls
stark verschmutzte Küche und Arbeitsflächen
große Mengen Essensreste
ein komplett gefüllter Kühlschrank trotz Abreise
ungewöhnlich starke Verschmutzungen auf Böden und Möbeln
sehr starke Tierhaare trotz anders vereinbarter Nutzung
beschädigte Bettwäsche oder Handtücher
fehlende oder beschädigte Ausstattungsgegenstände
Schäden, über die der Eigentümer nicht informiert wurde
wiederkehrende Verstöße gegen vereinbarte Hausregeln
Dabei sollte immer berücksichtigt werden:
Ein einzelner Vorfall macht noch keinen grundsätzlich „schlechten Gast“.
Entscheidend sind Art, Umfang und gegebenenfalls wiederkehrende Muster.
Der Reinigungsservice gehört zu den wichtigsten Informationsquellen einer Ferienwohnung.
Die Reinigung betritt die Unterkunft direkt nach unterschiedlichen Gästen und kennt dadurch sehr genau, wie der normale Zustand üblicherweise aussieht.
Eine Reinigungskraft in Bensersiel kann deshalb genauso schnell erkennen, dass etwas ungewöhnlich ist, wie ein Reinigungsservice für eine Ferienwohnung auf Langeoog.
Gerade in der Hauptsaison kommt noch ein weiterer Faktor hinzu:
Zwischen zwei Aufenthalten bleibt häufig nur ein begrenztes Zeitfenster.
Wenn beispielsweise der Geschirrspüler bei der Abreise komplett mit ungewaschenem Geschirr gefüllt ist, kann daraus nicht nur zusätzliche Arbeit entstehen. Der nächste Gast soll möglicherweise bereits wenige Stunden später anreisen.
Solche Dinge können den gesamten Ablauf erschweren.
Hilfreich ist es, wenn Reinigungskräfte nicht beurteilen müssen, ob ein Gast „gut“ oder „schlecht“ war.
Viel sinnvoller ist eine sachliche Beschreibung dessen, was tatsächlich vorgefunden wurde.
Zum Beispiel:
„Bei der heutigen Reinigung wurden zwei beschädigte Gläser festgestellt.“
oder:
„Die Küche war deutlich stärker verschmutzt als normalerweise und erforderte zusätzlichen Aufwand.“
oder:
„Nach der Abreise fehlte Gegenstand X.“
Solche Informationen kann der Eigentümer wesentlich besser einordnen als eine pauschale Aussage wie:
„Die Gäste waren schlimm.“
Nicht jede Auffälligkeit wird bei der Reinigung sichtbar.
Ein Hausmeister, der regelmäßig eine Ferienimmobilie in Carolinensiel oder Horumersiel sieht, nimmt möglicherweise andere Veränderungen wahr.
Beispielsweise:
Beschädigungen im Außenbereich
ungewöhnlich abgestellte Gegenstände
Veränderungen an Zugängen
Auffälligkeiten an Türen oder Fenstern
zurückgelassene Gegenstände
sichtbare Veränderungen rund um Terrasse oder Grundstück
Deshalb können Reinigung und Hausmeister unterschiedliche, aber gleichermaßen hilfreiche Informationen liefern.
Wer mit einer Ferienhausverwaltung arbeitet, hat wiederum eine weitere Informationsquelle.
Eine Verwaltung kennt möglicherweise:
Kommunikation vor der Anreise
Beschwerden während des Aufenthalts
Rückfragen von Gästen
Auffälligkeiten bei Abreise
Rückmeldungen der Reinigung
spätere Bewertungen
Dadurch können Zusammenhänge sichtbar werden, die eine einzelne Reinigungskraft oder ein Hausmeister gar nicht kennen kann.
Besonders hilfreich wird es, wenn diese Informationen bei Bedarf auch beim Eigentümer ankommen.
Eine besondere Situation kann entstehen, wenn nicht reguläre Feriengäste, sondern Freunde, Bekannte oder Verwandte des Eigentümers die Unterkunft nutzen.
Hier kann eine Reinigungskraft manchmal zurückhaltender reagieren.
Vielleicht kennt sie die Gäste.
Vielleicht weiß sie, dass es Freunde des Eigentümers sind.
Oder sie möchte vermeiden, durch eine Meldung eine unangenehme Situation auszulösen.
Das ist menschlich nachvollziehbar.
Für den Eigentümer kann eine sachliche Rückmeldung trotzdem wichtig sein.
Denn für Zustand und Abläufe der Ferienwohnung spielt es zunächst keine Rolle, wer den Aufenthalt gebucht oder die Unterkunft genutzt hat.
Ein guter Informationsweg nimmt Reinigung, Hausmeister und anderen Dienstleistern eine schwierige Entscheidung ab.
Sie müssen nicht überlegen:
„Soll ich das wirklich sagen?“
Sie melden lediglich die beobachtete Auffälligkeit.
Der Eigentümer entscheidet anschließend selbst, wie er damit umgeht.
Das halte ich für wesentlich angenehmer als eine Situation, in der ein Dienstleister glaubt, er müsse Dinge verschweigen, weil er jemanden persönlich kennt.
Problematische Gäste in Ferienwohnungen – Einzelfall oder wiederkehrendes Muster?
Eine einzelne ungewöhnliche Abreise sollte meiner Meinung nach zunächst sachlich betrachtet werden.
Wenn allerdings dieselben Personen wiederholt auffallen, kann ein Eigentümer natürlich überlegen, ob er eine weitere Buchung noch einmal annehmen möchte.
Dabei können beispielsweise berücksichtigt werden:
dokumentierte Schäden
wiederholte erhebliche Verstöße gegen vereinbarte Regeln
außergewöhnlicher zusätzlicher Reinigungsaufwand
fehlende Gegenstände
wiederkehrende Konflikte
vorherige Kommunikation und Erfahrungen
Solche Entscheidungen sollten sich auf konkrete Erfahrungen und nachvollziehbares Verhalten beziehen und selbstverständlich nicht auf persönliche Merkmale eines Gastes.
Im Zweifel können rechtliche oder plattformspezifische Vorgaben zusätzlich eine Rolle spielen.
Je nach Buchungsplattform können auch Gastgeber frühere Bewertungen oder Erfahrungen mit einem Gast sehen.
Solche Informationen können hilfreich sein.
Sie sollten meiner Meinung nach aber nicht überbewertet werden.
Ein Mensch ohne bisherige Bewertung muss kein schlechter Gast sein.
Ebenso garantiert eine gute vorherige Bewertung nicht, dass niemals etwas passieren kann.
Auch hier gilt:
Informationen helfen – absolute Sicherheit gibt es nicht.
Viele Konflikte entstehen nicht aus Absicht, sondern aus unterschiedlichen Erwartungen.
Deshalb sollten wichtige Regeln möglichst verständlich kommuniziert werden.
Zum Beispiel:
Umgang mit Müll
Haustiere
Rauchen
Personenzahl
Ruhezeiten
Abreise
Geschirr
Nutzung bestimmter Bereiche
Umgang mit Schäden
Eine Ferienwohnung auf Norderney braucht dabei vielleicht andere Hinweise als ein Ferienhaus mit Grundstück in Schillig.
Entscheidend ist, dass Gäste bereits vor oder während des Aufenthalts wissen, was erwartet wird.
Zu viele Vorgaben können wiederum das Gegenteil bewirken.
Eine Ferienwohnung ist schließlich ein Urlaubsort und kein Ort, an dem Gäste eine mehrere Seiten lange Kontrollliste erfüllen sollen.
Deshalb würde ich Regeln auf die Punkte beschränken, die für die Unterkunft und die Abläufe wirklich wichtig sind.
Klar und verständlich ist meist hilfreicher als möglichst umfangreich.
Für Eigentümer kann es hilfreich sein, außergewöhnliche Ereignisse nicht nur im Kopf zu behalten.
Eine einfache Dokumentation kann beispielsweise enthalten:
Datum – Aufenthalt – Auffälligkeit – Foto vorhanden – weitere Maßnahme
Dadurch lässt sich später besser erkennen, ob etwas einmalig war oder wiederholt vorkam.
Besonders bei Ferienwohnungen mit hoher Auslastung können sonst unterschiedliche Aufenthalte schnell miteinander verschwimmen.
Gute Gastgeber möchten, dass sich Feriengäste wohlfühlen.
Gleichzeitig dürfen Eigentümer darauf achten, dass mit ihrem Eigentum vernünftig umgegangen wird.
Das ist kein Widerspruch.
Klare Regeln, gute Informationen und vernünftige Rückmeldemöglichkeiten helfen beiden Seiten.
Der Gast weiß, was erwartet wird.
Der Eigentümer erfährt, wenn etwas Ungewöhnliches passiert.
Und Reinigung, Hausmeister oder Verwaltung wissen, welche Informationen weitergegeben werden sollen.
Ein Eigentümer, der selbst in Wittmund oder Jever wohnt und eine Immobilie in der Nähe besitzt, kann bestimmte Situationen möglicherweise relativ schnell selbst anschauen.
Anders sieht es aus, wenn die Ferienimmobilie in Norddeich, Dornumersiel oder auf einer Insel liegt und der Eigentümer selbst weit entfernt wohnt.
Dann muss er häufig anhand der Informationen anderer Personen entscheiden.
Je sachlicher und nachvollziehbarer diese Informationen sind, desto leichter wird diese Entscheidung.
Bei Ferienwohnungen auf Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog oder Wangerooge kann eine spontane eigene Kontrolle besonders aufwendig sein.
Hier können Reinigung, Verwaltung und andere Dienstleister vor Ort deshalb eine noch wichtigere Rolle spielen.
Auch digitale Rückmeldungen können Eigentümern helfen, Informationen unabhängig davon zu erhalten, wo sie selbst wohnen.
Informationen sollen möglichst unverfälscht beim Eigentümer ankommen.
Mit Küstenwächter Digital können Personen am Objekt Auffälligkeiten über einen einfachen Meldeweg an den Eigentümer weitergeben.
Je nach eingerichteter Form kann das auch ohne persönliche Diskussion mit dem Eigentümer erfolgen.
Damit muss eine Reinigungskraft oder ein anderer Dienstleister nicht überlegen, ob sie jemanden mit einer Rückmeldung möglicherweise „in Schwierigkeiten bringt“.
Sie beschreibt, was sie festgestellt hat.
Der Eigentümer entscheidet selbst, was diese Information für ihn bedeutet.
Bei unseren persönlichen Objektbesichtigungen im regionalen Einsatzgebiet von Norddeich bis Dangast erhält der Eigentümer zusätzlich einen neutralen Blick auf sichtbar wahrnehmbare Veränderungen an seiner Ferienimmobilie.
So können Rückmeldungen von Gästen, Reinigung, Hausmeister oder Verwaltung durch weitere Informationen ergänzt werden.
Unser Ziel ist dabei nicht, Gäste oder Dienstleister zu überwachen.
Unser Ziel ist, Eigentümern die Informationen zu geben, die sie benötigen, um ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können.
Weitere praktische Hinweise rund um Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Gäste, Bewertungen, Reinigung, Hausmeister, Verwaltung und Selbstverwaltung finden Sie auf unserer Seite „Tipps für Eigentümer“.